Aufbau einer inklusiven Werkstatt: Wie Bewel die Technologie nutzt

Bewel sorgt für mehr Inklusion in der Fertigung, indem es digitale Tools integriert, die Mitarbeiter aller Qualifikationsstufen unterstützen. Dieser Artikel befasst sich mit dem Ansatz, den Herausforderungen und der Frage, wie Technologie die Integration in der Fertigung fördert.
Eine Arbeiterin mit Schutzmaske und hellblauer Uniform montiert elektrische Komponenten an einem Arbeitsplatz in einer Werkshalle. Neben ihr befindet sich ein Tablet mit digitalen Arbeitsanweisungen. Der Hintergrund zeigt einen organisierten industriellen Arbeitsbereich mit Regalen und Geräten. Der überlagerte Text lautet "Inclusion on the Shop Floor" in fetten blauen und weißen Farben.
Veröffentlicht am:
01. Februar 2025
Aktualisiert am:
03. Februar 2025

In einem kürzlich durchgeführten Webinar sprachen wir mit Benny Claes, Technologie- und Innovationsmanager bei Bewel, darüber, wie das Unternehmen mit Hilfe von Technologie seine Produktionsstätten integrativer gestaltet.

Bewel beschäftigt mehr als 2.200 Mitarbeiter, von denen viele beim Einstieg in das Berufsleben Schwierigkeiten haben. Durch die Einführung digitaler Lösungen stellt das Unternehmen sicher, dass Mitarbeiter aller Qualifikationsstufen effektiv zu den Produktionsprozessen beitragen können.

Azumuta spielt auf diesem Weg eine Rolle, indem es Werkzeuge bereitstellt, die die Barrierefreiheit in der Fertigung unterstützen. Azumuta wurde zwar nicht speziell als Werkzeug für die Inklusion entwickelt, hilft aber bei der Rationalisierung von Arbeitsprozessen und bietet strukturierte digitale Arbeitsanweisungen und Echtzeit-Feedback, die einer vielfältigen Belegschaft zugutekommen. Das Gespräch mit Benny bot Einblicke in die Herausforderungen und Lösungen, die mit der Integration von Technologie zur Schaffung einer anpassungsfähigeren und zugänglicheren Arbeitsumgebung einhergehen.

Über Bewel

Bewel ist eine Organisation, die Personen mit einer gewissen Distanz zum Arbeitsmarkt beschäftigt. Mit 2.200 Mitarbeitern und acht Standorten ist Bewel einer der größten Arbeitgeber in Limburg. Das Unternehmen ist nicht nur an seinen eigenen Arbeitsplätzen tätig, sondern auch direkt in den Produktionsstätten seiner Kunden in verschiedenen Sektoren. Sie tragen zu verschiedenen Aspekten des Produktionsprozesses bei, einschließlich Montage, Verpackung, Qualitätskontrolle, Logistik und mehr.

Durch die Einbettung der integrativen Beschäftigung in das industrielle Umfeld stellt Bewel sicher, dass eine vielfältige Belegschaft einen effektiven Beitrag leisten und gleichzeitig den Anforderungen moderner Unternehmen gerecht werden kann.

Anpassung an komplexe Produktionserfordernisse

Eine der größten Herausforderungen für Bewel ist das Management eines Produktionssystems mit hohem Mischungsgrad und geringen Stückzahlen. Im Gegensatz zu Massenproduktionsanlagen arbeitet Bewel mit kleineren Chargen unterschiedlicher Produkte, was die Effizienz zu einem kritischen Faktor macht. Diese Komplexität erfordert flexible und anpassungsfähige Lösungen, insbesondere für Mitarbeiter, die zusätzliche Unterstützung bei der Ausführung ihrer Aufgaben benötigen.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, mit dem raschen technologischen Fortschritt Schritt zu halten. Vor zwei Jahren investierte Bewel beispielsweise in die HoloLens 2 von Microsoft, ein Augmented-Reality-Headset für die Fernunterstützung. Inzwischen gibt es jedoch neuere und erschwinglichere Optionen, wie das Meta Quest 3. Die sich schnell verändernde Landschaft macht es schwierig, langfristige Technologiepläne aufzustellen und gleichzeitig Kosteneffizienz zu gewährleisten.

Technologie als Ermöglicher

Bei Bewel spielt die Technologie eine entscheidende Rolle bei der Überbrückung der Kluft zwischen Arbeitnehmern und dem Arbeitsmarkt. Digitale Arbeitsanweisungen, Augmented Reality und lichtgesteuerte Montage sind nur einige der Werkzeuge, die den Arbeitnehmern helfen, ihre Aufgaben selbstständig und sicher zu erledigen.

Ein besonders inspirierendes Beispiel, das Benny erzählte, betraf eine Mitarbeiterin, die noch nie ein Tablet benutzt hatte. Sie wurde über Azumuta mit digitalen Arbeitsanweisungen vertraut gemacht, während sie Schaltschränke zusammenbaute. Am Ende eines 20-teiligen Durchgangs war sie enttäuscht, dass sie aufhören musste; sie fand die Erfahrung lustig und fesselnd. Dieser Erfolg zeigt, wie die Technologie den Arbeitnehmern durch strukturierte Anleitung ohne ständige Überwachung helfen kann.

Ein anderes Beispiel betrifft einen Mitarbeiter, der Speed-Pedelecs zusammenbaut. Aufgrund einer körperlichen Behinderung hatte er Probleme mit kleinen Bildschirmen, so dass Bewel ihm einen 23-Zoll-Touchscreen-Monitor anstelle eines iPads zur Verfügung stellte. Diese einfache Anpassung ermöglichte es ihm, bequem und unabhängig zu arbeiten, und unterstreicht das Engagement von Bewel, individuelle Lösungen für jeden Mitarbeiter zu finden.

Nicht jeder in den Betrieben ist technisch versiert. Deshalb gehen wir schrittweise vor und testen neue Technologien zunächst in kleinen Gruppen, bevor wir sie in größerem Umfang einführen.

Benny Claes
Technologie- und Innovationsmanager bei Bewel

Schrittweise Integration von digitalen Lösungen

Die Einführung einer neuen Technologie im Betrieb erfolgt nicht von heute auf morgen. Bewel verfolgt einen schrittweisen Ansatz, der eine allmähliche Integration und die Akzeptanz der Benutzer sicherstellt. Anstatt die Mitarbeiter mit drastischen Änderungen zu überfordern, wird die Technologie in kleinen, überschaubaren Phasen eingeführt.

Indem die Mitarbeiter praktische Erfahrungen mit neuen Tools machen, fördert Bewel das Gefühl der Eigenverantwortung und Akzeptanz. Ziel ist es, dass die Mitarbeiter schließlich ihre eigenen digitalen Arbeitsanweisungen erstellen, was ihre Unabhängigkeit und ihr Engagement weiter erhöht.

Technologien zur kognitiven und physischen Unterstützung

Die Strategie der Technologieintegration von Bewel stützt sich auf zwei Säulen:

  1. Kognitive Unterstützung: Digitale Arbeitsanweisungen, Augmented-Reality-Overlays und Echtzeit-Feedback-Mechanismen helfen den Mitarbeitern, Aufgaben effizient zu erledigen. Diese Tools verringern die Abhängigkeit von direkter Aufsicht und befähigen die Mitarbeiter, ihre Aufgaben selbstständig zu erledigen.
  2. Körperliche Unterstützung: Anpassungsfähige Hilfsmittel, wie 3D-gedruckte Vorrichtungen und ergonomische Arbeitsplätze, machen körperlich anspruchsvolle Aufgaben leichter zugänglich. So konnte beispielsweise ein Mitarbeiter mit eingeschränkter Handbeweglichkeit dank einer speziell angefertigten Vorrichtung Montageaufgaben erledigen, die sonst unmöglich gewesen wären.

Partnerschaften für integrative Innovation

Bewel hat dank der Zusammenarbeit mit Universitäten, Wissenszentren und Technologieanbietern eine erfolgreiche Technologieeinführung erreicht. Universitäten wie die KU Leuven und Hasselt führen Forschungs- und Pilotprojekte durch, während Organisationen wie Flanders Make Einblicke in die Industrie und Finanzierungsmöglichkeiten bieten.

Azumuta war auch ein wichtiger Partner bei der Digitalisierung von Bewel, insbesondere bei der Implementierung digitaler Arbeitsanweisungen. Durch die Digitalisierung von Arbeitsprozessen stellt Bewel sicher, dass die Mitarbeiter klare, visuelle Anleitungen für jede Aufgabe erhalten, wodurch der Bedarf an ständiger Überwachung reduziert wird und es für Mitarbeiter aller Qualifikationsstufen einfacher wird, standardisierten Verfahren zu folgen. Digitale Arbeitsanweisungen ermöglichen auch Aktualisierungen und Anpassungen in Echtzeit und stellen sicher, dass die Mitarbeiter Anweisungen erhalten, die ihren spezifischen Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechen. Mit Funktionen wie API-Integration und Echtzeitverfolgung ermöglicht Azumuta eine nahtlose Kommunikation zwischen verschiedenen Softwaresystemen und sorgt so für einen reibungslosen Arbeitsablauf in der Werkstatt.

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Die Zukunft der Technologie bei Bewel

Mit Blick auf die Zukunft will Bewel die Technologie weiter in seine Abläufe integrieren, indem es digitale Arbeitsanweisungen ausweitet und die Automatisierung von Qualitätskontrollprozessen erhöht. Ein ehrgeiziges Ziel ist es, Mitarbeiter mit Lernschwierigkeiten in die Lage zu versetzen, ihre eigenen digitalen Arbeitsanweisungen zu erstellen und so die Lücke zwischen Bedienern und Prozessmanagern zu schließen.

Bewel erforscht auch neue Wege zur Optimierung der Produktionseffizienz. Durch die Analyse von Echtzeitdaten aus den Produktionslinien will das Unternehmen Engpässe erkennen und seine Arbeitsabläufe kontinuierlich verbessern. Dieser datengesteuerte Ansatz stellt sicher, dass jeder Mitarbeiter das Beste aus seinen Fähigkeiten machen kann und gleichzeitig hohe Produktionsstandards eingehalten werden.

Eingliederung als strategischer Vorteil

Der Weg von Bewel zu einer integrativen Belegschaft ist ein gutes Beispiel dafür, wie Technologie und strukturierte Ansätze eine vielfältige Belegschaft unterstützen können. Eingliederung ist ein strategischer Vorteil. Laut einem Bericht des Manufacturing Institute über Vielfalt und Integration im verarbeitenden Gewerbe verfolgen 62 % der Unternehmen Integrationsinitiativen, um ein bevorzugter Arbeitgeber zu sein, während 60 % dies tun, um die Gemeinschaften widerzuspiegeln, in denen sie tätig sind.

Trotz dieser hoffnungsvollen Statistiken geben 37 % der Hersteller zu, dass sie mit der Eingliederung zu kämpfen haben, wobei große Unternehmen (500 und mehr Beschäftigte) diesen Problemen eher Priorität einräumen und diese auch zugeben. Kleine und mittelgroße Hersteller, die oft durch begrenzte Ressourcen eingeschränkt sind, haben es möglicherweise schwerer, umfassende Strategien zu entwickeln. Unternehmen wie Bewel zeigen, dass eine durchdachte Integration von Technologie helfen kann, diese Lücken zu schließen.

Bis 2030 könnten schätzungsweise 2,1 Millionen Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe unbesetzt bleiben, wenn die Qualifikationslücke nicht angemessen geschlossen wird. Die Hersteller stehen vor einer entscheidenden Chance, die Qualifikationslücke zu schließen, und sie müssen dies schnell tun.

Die Erweiterung der Karrieremöglichkeiten für unterrepräsentierte Gruppen, einschließlich Menschen mit Behinderungen, ist eine der effektivsten Möglichkeiten, diese Qualifikationslücke zu schließen. Unternehmen, die in integrative Einstellungs- und Weiterbildungsstrategien investieren, sind besser in der Lage, widerstandsfähige und anpassungsfähige Belegschaften aufzubauen.

Wenn ein Bediener nicht auf einen Coach angewiesen ist, sondern von einem System wie einem Tablet unterstützt wird, ist das ein großer Gewinn. Jeder möchte unabhängig arbeiten.

Benny Claes
Technologie- und Innovationsmanager bei Bewel

Wie Azumuta die Eingliederung in der Werkstatt unterstützt

Azumuta wurde entwickelt, um die Produktionsprozesse zu rationalisieren und es den Arbeitnehmern mit unterschiedlichem Hintergrund und Qualifikationsniveau zu erleichtern, ihre Aufgaben effektiv auszuführen. Obwohl es sich nicht speziell um ein adaptives oder integrationsorientiertes Tool handelt, tragen seine Funktionen zu einer zugänglicheren und anpassungsfähigeren Arbeitsumgebung bei.

Mit visuellen, intuitiven, digitalen Schritt-für-Schritt-Arbeitsanweisungen erhalten die Mitarbeiter eine klare Anleitung, wodurch die Lernkurve verkürzt und Fehler minimiert werden. Dies ist besonders vorteilhaft für Bediener, die zusätzliche Unterstützung bei der Ausführung von Aufgaben benötigen oder mit ungewohnten Prozessen arbeiten. Azumuta ermöglicht es dem Benutzer auch, die Anweisungen an das jeweilige Qualifikationsniveau der einzelnen Mitarbeiter anzupassen.

Eine weitere Möglichkeit, wie Azumuta die Inklusion unterstützt, ist die Ermöglichung von Echtzeit-Feedback und Qualitätskontrolle. Die Bediener können direkt auf der Plattform Probleme melden oder um Unterstützung bitten, so dass jeder Mitarbeiter bei Bedarf Zugang zur Unterstützung hat. Dies fördert ein integratives Umfeld, in dem sich die Mitarbeiter in ihren Rollen sicher fühlen und effektiv zu den Produktionszielen beitragen können.

Durch die Bereitstellung eines strukturierten und dennoch flexiblen Systems hilft Azumuta den Herstellern, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, in der alle Mitarbeiter, unabhängig von ihren Fähigkeiten, effizient und unabhängig arbeiten können. Die Anpassungsfähigkeit der Plattform stellt sicher, dass die Technologie die Integration der Belegschaft unterstützt, ohne auf eine bestimmte Branche oder Bevölkerungsgruppe beschränkt zu sein.

Eingliederung in die Fertigung

Der Ansatz von Bewel für eine integrative Fertigung zeigt, wie durchdachte Investitionen in Technologie, Schulung und Zusammenarbeit in der Fertigung den Unterschied ausmachen können. Durch die Ausstattung der Mitarbeiter mit digitalen Werkzeugen und die Gewährleistung der Zugänglichkeit schafft Bewel eine Umgebung, in der jeder Mitarbeiter einen sinnvollen Beitrag zu den Produktionsprozessen leisten kann.

Ihr strukturierter, schrittweiser Ansatz stellt sicher, dass niemand zurückgelassen wird. Um eine integrative Arbeitsumgebung zu schaffen, bedarf es mehr als nur guter Absichten; es bedarf praktischer Lösungen, die die Effizienz und das Engagement verbessern. Wenn Hersteller strukturierten Schulungen, anpassungsfähigen Arbeitsplätzen und klaren digitalen Anleitungen den Vorzug geben, unterstützen sie nicht nur ihre Mitarbeiter, sondern stärken auch ihren Betrieb.

Azumuta trägt dazu bei, indem es digitale Lösungen anbietet, die Arbeitsprozesse rationalisieren und sie für unterschiedliche Teams leichter zugänglich machen. Durch die Bereitstellung klarer Anweisungen, Echtzeit-Feedback und anpassbarer Schnittstellen hilft Azumuta den Herstellern, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter ihre Aufgaben effektiv erledigen können.

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Sehen Sie in einer Azumuta-Demo, wie unsere Plattform zur Rationalisierung der Datenerfassung, zur Steigerung der Produktivität und zur Verbesserung der Qualitätssicherung beitragen kann.

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